Mallorca war eine Weininsel, lange bevor der erste Tourist kam. Im 19. Jahrhundert exportierte sie Wein nach ganz Europa, bis die Reblaus fast alles vernichtete. Was heute in den Flaschen ist, ist das Ergebnis einer Wiederentdeckung, die erst in den 1990er Jahren richtig begann.
Zwei Anbaugebiete, zwei Handschriften
Mallorca hat zwei geschützte Herkunftsbezeichnungen. Sie liegen keine 40 Kilometer auseinander und bringen trotzdem sehr unterschiedliche Weine hervor.
D.O. Binissalem: Struktur und Würze
Das ältere der beiden Gebiete liegt im Inselinneren, geschützt durch die Serra de Tramuntana im Norden. Die Böden sind kalkhaltig, die Nächte kühler als an der Küste.
Das Ergebnis sind Rotweine mit Griff: reife Kirsche, getrocknete Kräuter, feste Tannine, oft im Eichenfass gereift. Wer Rioja mag, findet hier den vertrautesten Einstieg. Die Vorschriften verlangen einen Mindestanteil der Inselrebsorte Manto Negro, was die Weine unverwechselbar macht.
D.O. Pla i Llevant: Frucht und Salz
Das Gebiet im Osten der Insel wurde erst 1999 anerkannt. Es liegt flacher, wärmer und näher am Meer. Die Weine sind zugänglicher, fruchtbetonter und tragen häufig eine salzige Note, die man auf der Zunge spürt.
Hier wird mehr experimentiert: internationale Rebsorten neben heimischen, Orangenweine, unfiltrierte Abfüllungen. Wer neugierig ist, wird im Osten eher fündig.
Die Rebsorten, die es fast nur hier gibt
Manto Negro ist die wichtigste rote Sorte der Insel. Sie ergibt weiche, würzige Weine mit moderater Säure und deutlicher Kräuternote. Nicht besonders tanninstark, dafür früh zugänglich.
Callet ist die elegantere Schwester. Hellere Farbe, feinere Struktur, fast burgundisch im besten Fall. Lange wurde sie unterschätzt, heute stehen einige der besten Weine Mallorcas auf ihr.
Prensal Blanc, auch Moll genannt, ist die weiße Hauptsorte. Sie bringt Körper und eine sanfte Zitrusnote, ohne dass die Säure sticht. Genau deshalb passt sie so gut zu mediterranem Essen.
Welcher Wein zu welchem Essen
Zu Tapas, Wurst und jungem Käse passt ein junger Rotwein aus Mallorca ohne Holzeinfluss, gekühlt auf 15 Grad. Zu Lamm, Schmorgerichten und gereiftem Käse greifst du zur Crianza aus Binissalem.
Zu gegrilltem Fisch, Meeresfrüchten und Tortilla ist Weißwein aus Mallorca die erste Wahl, gut gekühlt bei 8 bis 10 Grad. Und wenn das Essen würzig wird, etwa bei Paella oder gegrilltem Gemüse mit Paprika, kommt Rosé aus Mallorca weiter als jeder Weißwein.
Warum du diese Weine selten im Supermarkt findest
Die Anbaufläche der Insel ist klein, und ein großer Teil der Produktion wird direkt auf Mallorca getrunken. Viele Bodegas produzieren wenige tausend Flaschen pro Jahrgang. Für den Export in große Handelsketten reicht das schlicht nicht.
Deshalb kennen selbst Menschen, die seit Jahren auf die Insel fahren, oft nur die Weine aus dem Hotelrestaurant. Unsere gesamte Auswahl findest du unter Wein aus Mallorca.
Transport und Lagerung
Wir versenden alle Flaschen in bruchsicheren Einlagen. Nach der Lieferung sollte der Wein zwei bis drei Tage ruhen, bevor du ihn öffnest. Der Transport schadet ihm nicht, aber er zeigt sich danach geschlossener, als er ist.
Gelagert wird liegend, kühl und dunkel. Die meisten mallorquinischen Weine sind auf jungen Genuss ausgelegt und wollen innerhalb von drei bis fünf Jahren getrunken werden.
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