Gin gibt es inzwischen aus jeder Region Europas, und vieles davon unterscheidet sich vor allem im Etikett. Bei mallorquinischem Gin ist das anders, weil die Botanicals tatsächlich von der Insel stammen und nicht aus dem Großhandelskatalog.
Was Inselgin ausmacht
Jeder Gin braucht Wacholder, das schreibt die Definition vor. Alles andere ist Handschrift. Auf Mallorca heißt diese Handschrift meist Zitrus und Kräuter.
Typisch sind Orangen aus dem Tal von Sóller, deren Schalen eine weichere, weniger bittere Zitrusnote geben als die üblichen spanischen Industrieorangen. Dazu Rosmarin und Thymian aus der Serra de Tramuntana, manchmal Feige, Mandel, Johannisbrot oder Oliven.
Das Ergebnis ist ein Gin, der weniger nach Reinigungsmittel und mehr nach Landschaft schmeckt. Wer den klassischen London Dry mit dominantem Wacholder erwartet, wird überrascht.
Die typischen Botanicals im Überblick
Zitrus: Sóller-Orange, Zitrone, manchmal Mandarine. Gibt Frische und Breite im Antrunk.
Kräuter: Rosmarin, Thymian, Fenchel. Bringen die Tiefe, die mallorquinischen Gin von reinen Zitrusgins unterscheidet.
Frucht und Nuss: Feige, Mandel, Johannisbrot. Sorgen für eine leicht süßliche, runde Note im Abgang.
Der passende Tonic
Die wichtigste Regel: Das Tonic soll den Gin begleiten, nicht überdecken. Deshalb gilt bei aromatischen Gins eher ein zurückhaltendes Tonic, nicht das mit den meisten Zutaten.
Zu zitrusbetonten Gins passt ein klassisches Indian Tonic mit einer Scheibe Orange. Zu kräuterbetonten ein Mediterranean Tonic mit einem Zweig Rosmarin. Zu Gins mit Feige oder Mandel funktioniert ein trockenes Tonic besser als ein süßes, weil der Gin die Süße schon mitbringt.
Das Verhältnis liegt bei eins zu drei bis eins zu vier. Mehr Tonic verdünnt nur.
So machst du ihn richtig
Nimm ein großes Glas und füll es komplett mit Eis, nicht halb. Viel Eis schmilzt langsamer und verwässert weniger als wenige Würfel.
Gieß den Gin über das Eis, dann das Tonic langsam am Barlöffel oder an der Glaswand entlang, damit die Kohlensäure bleibt.
Einmal kurz heben, nicht rühren. Die Garnitur zum Schluss, und zwar sparsam: ein Element, das zum Gin passt, reicht. Drei verschiedene Beeren und ein Zimtstab machen aus einem guten Gin Tonic eine Obstschale.
Pur probieren lohnt sich
Bevor du mischst, nimm einen halben Teelöffel pur bei Zimmertemperatur. Erst dann merkst du, welche Botanicals überhaupt da sind, und kannst das Tonic passend wählen.
Gin als Geschenk
Eine Flasche mit erkennbarer Herkunft wirkt deutlich persönlicher als eine bekannte Marke aus dem Regal. Unsere Auswahl findest du unter Gin aus Mallorca. Wer es größer möchte, kombiniert sie mit Mandeln und Oliven aus unseren Geschenkboxen.
Und wenn dir der Kräuteranteil besonders zusagt, lohnt ein Blick auf Hierbas de Mallorca, den Kräuterlikör der Insel, der aus derselben Pflanzenwelt schöpft.
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